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Bodendenkmäler

Wie es der Vereinsname bereits zum Ausdruck bringt, sieht sich unser Verein nicht allein der allgemeinen Heimatgeschichte verpflichtet, sondern auch der Archäologie, insbesondere der weiteren Erforschung unserer Bodendenkmäler St. Johanniskirche und Kloster Asolveroth. Beide sind längst untergegangen. Nur noch wenige Reste sind erhalten, größtenteils unter der Grasnarbe. In den 1960er Jahren führte der Georgenthaler Lehrer Roland Scharff als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger zusammen mit seiner Schülerarbeitsgemeinschaft „Junge Historiker“ an beiden Objekten archäologische Untersuchungen durch. Die von ihm sichergestellten Funde warten teilweise noch bis heute auf fachliche Analysen, sodass viele Fragen bezüglich der Ursprünge beider Bauwerke noch offen sind. Der Wunsch, diesen Fragen weiter nachzugehen, bildete 1994 das Hauptmotiv für die Gründung unseres Vereins. Doch hatten sich mit dem Untergang der DDR auch die rechtlichen Voraussetzungen für archäologische Grabungen geändert, und so war es uns als Laien nicht mehr möglich, mit Spaten und Picke selbst Hand anzulegen. Diese Einschränkungen schätzen wir heute positiv ein, denn Grabungen, noch dazu von Laien Hand, gehen immer mit Beschädigung oder sogar Zerstörung einher. Heute gilt, Bodendenkmäler als bauliche Geschichtsquellen möglichst in ihrem unversehrten Zustand zu erhalten.  Mittlerweile werden Grabungen größtenteils durch geophysikalische Messungen ersetzt, denn sie können ohne Eingriff in den Boden Kenntnisse (Größe, Struktur, verwendetes Material) erbringen, die früher nur durch Grabungen erreicht wurden. Grabungen in heutiger Zeit erfolgen hauptsächlich als Sicherungs-Grabungen, wenn beispielsweise durch Baumaßnahmen ein Bodendenkmal in Gefahr ist zerstört zu werden. Ansonsten wird nur noch gegraben, wenn die zu erwartenden Aufschlüsse von so hohem staatlichem Interesse sind, dass sie den Aufwand rechtfertigen (z. B. Bergung gefallener Soldaten). Da bei unseren beiden Bodendenkmälern leider kein staatliches Interesse besteht, wird das Land dort keine Grabungen finanzieren. Nur die private Finanzierung bliebe als Möglichkeit, wozu unserem Verein jedoch die Mittel fehlen.

Trotzdem lassen wir unsere Bodendenkmäler nicht aus den Augen. Unterstützt durch den Sportpiloten Reinhard Lotz (KFZ-Meister in Catterfeld) konnten wir von 2007 bis 2009 aufschlussreiche Luftbilder anfertigen. Sie sind wichtiges Belegmaterial und liegen den Fachleuten des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) in Weimar vor. Auch dienten sie als Grundlage zur Beantragung geophysikalischer Messungen, die daraufhin durch TLDA an folgenden Stellen erfolgten:

*  Struktur auf Weidefläche zwischen Heiligenholz und Finsterberger Weg Altenbergen,
Ergebnis >> vermutlich Standort eines mit Ziegel gedecktem Gebäudes mit 2 Gruben in der Nähe (Hinweis auf Wüstung)

*  Rechteckige Vertiefung zwischen Candelaber-Platz und Grundstück Zum Candelaber 13 Altenbergen, Ergebnis >> kein Bodendenkmal, nicht bebaut, nur landwirtschaftlich genutzt 

*  Struktur auf Weidefläche auf St. Georgsberg, Ergebnis >> Grundmauern der vermuteten Kirche des Bodendenkmals Kloster Asolveroth, worauf bereits Roland Scharff stieß (1962/63 Suchschnitt angelegt)

*  Auf dem Candelaber-Platz, wo noch Mauerreste vom Bodendenkmal St. Johanniskirche vorzufinden sind, erfolgten trotz wiederholter Bitte noch keine Messungen.

 

 Bodendenkmal St. Johanniskirche

Als Ziel für Spaziergänge wird der landschaftlich reizvolle Platz beim Candelaber gern genutzt. Er bietet nicht nur einen weiten Ausblick auf die umliegende Region, sondern auch Einblicke in die Geschichte, die sich auf dem Alte- bzw. Johannisberg abspielte, denn es sind einige Informationstafeln mit gut dokumentierten Einzelheiten zu finden. Die neuesten Informationstafeln, die in der Nähe des Wasser-Hochbehälters stehen, gehören zum 2011 über Dorferneuerungsmaßnahmen eingerichteten Info-Wanderweg Altenbergen. Außerdem ist der Platz angebunden an den Lutherweg.

Von der untergegangenen Johanniskirche sind auf dem Platz noch Mauerreste im Gras sichtbar. Freigelegt wurden sie 1967 auf Initiative des Georgenthaler Lehrers Roland Scharff (AG Junge Historiker). Zuvor fanden bereits 1752 und 1854 Grabungen statt. Die 3 Grabungen brachten das einheitliche Ergebnis, dass die Kirche mindestens einmal erweitert wurde und der kleinere Bau nur eine Grundfläche von  5,60 m x 3,75 m hatte. In der Wissenschaft geht man davon aus, dass es sich bei dem kleineren Bau um den Bau handelt, der unter Ludwig mit dem Barte entstand. Funde, die eindeutig auf  bonifatinische- oder vorbonifatinische Zeit schließen lassen, entdeckte man bei den Grabungen nicht. Nur erneute Grabungen könnten diese vielleicht erbringen. Auch könnten sie klären, ob sich auf dem Alteberg wirklich, wie Historiker annehmen, der Herrenhof Ludwigs mit dem Barte befand. Deshalb haben wir in unserem Verein die Hoffnungen auf archäologische Untersuchungen noch nicht völlig aufgegeben und setzen uns nach wie vor zumindest für die Durchführung von geophysikalischen Messungen ein. Geophysikalische Messungen könnten immerhin darüber Aufschluss geben, inwieweit und in welcher Form der Candelaber-Platz einst bebaut war. Mehrere Lokalbesichtigungen mit den zuständigen Fachleuten erfolgten bereits, doch da  Messungen auf bewaldetem Boden schwierig sind, wurden sie noch nicht in die Wege geleitet.

Die südlich des Glockenturmes gelegenen Mauerreste der erweiterten Kirche, die 1770 verschwand, nach Osten zu liegt eine große Steinplatte

Von dieser Steinplatte wird gesagt, dass sie die Altarplatte der Johanniskirche war. (Mehr zu dem Gebäude der Johanniskirche im Buch "Der Candelaber - Legenden verheißendes Denkmal")Publikationen

Vor 1770 das Kirchenschiff, heute Standort von Sitzgruppen, die überdachte Sitzgruppe links steht direkt auf der Grundmauer der Johanniskirche

 Bodendenkmal Kloster Asolveroth

Auf dem Plateau des St. Georgsberges, welches heute von der Thüringer Zuchtgenossenschaft Ernstroda als Weidefläche genutzt wird, sind noch der Suchschnitt der Grabungen von 1962/63 und die dabei freigelegten Mauerreste des einstigen Klostergebäudes zu sehen. Die Dokumentation der von Roland Scharff angeleiteten Grabungen befindet sich im Historischen Museum Gotha und im Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) Weimar. Das sichergestellte Fundmaterial ist im Historischen Museum deponiert. Größtenteils erfolgten an den Funden noch keine fachlich belegten Datierungen, sodass unterschiedliche Deutungen durch Historiker und Hobby-Historiker immer wieder Streitgespräche über den „wahren“ Ursprung des untergegangenen Klostergebäudes auslösten.

Seit dem 19. Jh. existiert unter Geschichtsforschern (August Beck, Ernst Härter, Heinrich Stiehler, Roland Scharff u. a.) die Meinung, dass die Zisterzienser bei der Gründung des Klosters Asolveroth (oder: Kloster St. Georgen, Kloster St. Georgsberg) um 1140 in eine verlassene Burganlage einzogen. Für den Orden der Zisterzienser war es typisch, dass sie, entsprechend ihres Armutsgelübdes, verlassene Gebäude als erste provisorische Niederlassungen wählten.  Auf dem St. Georgsberg sollen sie den verlassenen Herrschaftssitz (Burganlage) eines „Asolv“ als provisorische Niederlassung genutzt haben, bevor sie im Tal einen besseren Platz zum Expandieren fanden. Dieser Asolv soll das Gebiet um den St. Georgsberg besiedelt haben, welches in der Klostergründungsurkunde (1143) als Flur „Asolveroth“ bezeichnet wurde. Nun bringt man diesen Flurnamen gebenden Asolv mit dem „Asolfus“ in Verbindung, der, laut Bonifatius-Brief von 722, Bonifatius Schutz und Hilfe bei seiner Mission in Thüringen geben sollte. Doch dazwischen liegen über 300 Jahre, in denen weiter keine schriftlichen Hinweise auf einen Asolfus oder Asolv vorkommen.

Das TLDA Weimar führte 2004 auf dem Areal des ehemaligen Klostergebäudes Bodenwiderstandsmessungen durch. Das Ergebnis zu den Maßen des Gebäudes deckt sich mit den Grabungsergebnissen von Roland Scharff. Die Archäologen gehen davon aus, dass es sich bei dem Untersuchungs-Objekt um die ehemalige Klosterkirche handelt. Sie wurde immerhin bis in das 16. Jh. genutzt und verfiel erst danach.

Durch mehrmaliges Befliegen konnte unser Verein Luftbilder von der Region Catterfeld-Altenbergen anfertigen. Dabei entstanden auch Aufnahmen vom St. Georgsberg. Einige Aufnahmen weisen rätselhafte Konturen auf. Was sich hinter ihnen verbergen könnte, liegt völlig im Bereich des Spekulativen.