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Die St. Johanniskirche


Auf dem Johannisberg oder Alteberg über dem Dorf Altenbergen, wo sich heute das Denkmal  Candelaber erhebt, stand einst die St. Johanniskirche. Sie gilt als die erste Taufkirche Thüringens. Der Sage nach soll sie der Missionar Winfrid Bonifatius gegründet haben, als er 723/24 nach Thüringen kam, um im Sinne der fränkischen Großmacht das Land dem Papsttum zu unterstellen und römisch-katholische Glaubensregeln einzuführen. In den 30-er Jahren des 11.Jh. kam Ludwig mit dem Barte (der Stammvater der Thüringer Landgrafen) als Beauftragter des Königs nach Thüringen und übernahm Güter im Raum Altenbergen-Friedrichroda. Im Wald "Loiba" errichtete er einen Herrenhof, (in oder bei Altenbergen, ein genauer Platz ist bisher nicht bekannt), wo er vermutlich bis zum Bau der Schauenburg bei Friedrichroda lebte, und erweiterte die als Bonifatius - Gründung geltende Kirche auf dem Alteberg. Erzbischof Bardo von Mainz weihte 1042 die Kirche "Sankt Johannis" und taufte gleichzeitig Ludwigs erstgeborenen Sohn, der später als Ludwig der Springer und Erbauer der Wartburg in die Geschichte einging. Heute gilt in der Wissenschaft diese Zeit als die Erbauungszeit der Johanniskirche. Kirchlich war Thüringen dem damaligen Erzbistum Mainz unterstellt. Erzbischhof Markulf von Mainz bestätigte der Johanniskirche 1141 die Grenzen ihres Kirchsprengels, welcher aus dem Urherrschaftsgebiet Ludwigs des Bärtigen bestand, und sicherte ihr den Zehnt aus den zugehörigen Dörfern zu. Einige dieser Dörfer sind heute Wüstungen. Dieses ludowingische Urherrschaftsgebiet mit Altenbergen und dem Johannisberg wurde Besitz des Kloster Reinhardsbrunn, als Ludwig der Springer es in den 80-er Jahren des 11.Jh.gründete. Direkt an den Johannisberg grenzt das Gebiet der Käfernburger an. Auf dem nahen St. Georgsberg gründete Sizzo III. um 1140 das Kloster Asolveroth, das spätere Kloster Georgenthal. Somit war der Bereich Schnittpunkt zweier Mächte.           

Darstellung der Johanniskirche auf einer    Altenberger Flurkarte von 1707.                  Auf dem Friedhof, der die Kirche umschloss, wurden auch die Toten der zugehörigen Orte beigesetzt. Bezeichnungen wie "Totenbrücke" (Finsterbergen,Leinagrund)und "Totenstein" zeugen noch von den beschwerlichen Wegen, den die Leichenzüge zurückzulegen hatten. 

Über viele Jahrhunderte gehörten der Johanniskirche die umliegenden Dörfer Altenbergen, Catterfeld, Engelsbach, Schönau v.d.Walde, Ernstroda und Cumbach an. Doch das Bevölkerungswachstum führte dazu, dass allmählich die einzelnen Dörfer abfielen und eigene Kirchen erbauten. Als dann auch den Christen der drei noch verbliebenen Dörfer Altenbergen, Catterfeld und Engelsbach die alte Kirche zu klein, zu baufällig und zu schwer erreichbar wurde und sie 1710 bis 1712 gemeinsam im Tal die Immanuelkirche bauten, blieb sie ungenutzt und begann zu verfallen.     

Modell der St.Johanniskirche          Ausführung:                 VHS Bildungswerk         Gotha 2010,    Standort: Heimatmuseum Altenberger Schule            

Zwar lag den Amtspersonen der Oberkirchenverwaltung und der herzoglichen Regierung die Geschichtsträchtigkeit der Johanniskirche am Herzen und es gab wiederholt Befehle, Reparaturen auszuführen und regelmäßig Gottesdienste dort zu feiern, doch man hielt sich nicht daran. 1726 zerstörte ein Hagelschauer die Fensterscheiben, 1757 stürzte der Turm ein und bei einem Gewitter im Sommer 1770 wurden Dach und Mauerwerk so stark beschädigt, dass die Gemeinde Altenbergen beschloss, ihre Reste abzutragen und das noch brauchbare Material zu verkaufen. Nur noch die Grundmauern blieben nun zurück, doch auch diese überwucherte bald die Natur.       

Nachcolorierte Darstellung eines Kupferstichs  18. Jh.